Bio ist überall. Produkte für den nachhaltigen Haushalt gibt es immer mehr, wodurch der Einkauf einfacher, aber auch unübersichtlicher wird. Welches Bio-Produkt ist sinnvoll? Welche Produkte halten das Qualitätsversprechen ein? Wie kann ich sicher sein, dass fair gehandelt und hergestellt wird? Ein Blick auf die Inhaltsstoffe kann Aufschluss geben.

Wer sich heute für einen bewussten Einkauf, mehr Bio-Produkte und Nachhaltigkeit entscheidet, hat es leicht. Immer mehr Supermärkte bieten ein eigenes Bio-Segment mit einer Vielzahl unterschiedlicher Produkte an, die den Haushalt nachhaltiger machen und das Gewissen erleichtern sollen. Bienenwachstücher gehören dabei schon zum Standard-Repertoire. Doch besonders, wenn diese intensiv genutzt werden – zum Abdecken von Resten im Kühlschrank, als Verpackung der Lunchpakete für die Kleinen oder zum Frischhalten von Gemüse und Obst – lohnt es sich, einen genaueren Blick auf die Inhaltsstoffe und deren Verarbeitungswege zu werfen. Große Unterschiede in den Herstellungsprozessen können bei der Entscheidung für oder gegen ein bestimmtes Bio-Produkt weiterhelfen.

Wo kommen die Rohstoffe her?

Bei der Wahl der Rohstoffe für Bienenwachstücher spielen nicht nur nachhaltiger Anbau und Lebensmittelverträglichkeit, sondern auch Herkunftsort sowie Transport- und Handelswege eine wichtige Rolle. Sich hier umfassend zu informieren, ist für Endverbraucher*innen oft schwierig, noch häufiger sogar nahezu unmöglich. Einige Hinweise kann man beim Kauf der Tücher aber trotzdem berücksichtigen.

Nicht alle Bestandteile der Bienenwachstücher sind in Deutschland oder Europa erhältlich. Bei der Wahl der importierten Rohstoffe, wie Baumwolle und Kokosfett, sollte daher speziell auf die Bio-Zertifizierung und einen fairen Handel geachtet werden. Bio-Siegel wie GOTS helfen dabei, nachhaltige Produkte schneller zu erkennen. Die strengen Prüfvorgaben von GOTS (Global Organic Textile Standard) geben nicht nur Endverbraucher*innen Sicherheit beim Kauf von Textilprodukten, sondern helfen Unternehmen dabei, nachhaltige Anbau- und Verarbeitungsbedingungen in kleineren Bauernbetrieben zu unterstützen und dies ihren Kund*innen transparent zu machen.

Andere Inhaltsstoffe der Bienenwachstücher befinden sich hingegen in direkter Nähe zu den deutschen Kund*innen. So beispielsweise das in den Wildwax Tüchern verwendete Fichtenharz: das Harz kommt aus kontrolliert biologischem Anbau im Nachbarland Frankreich zu uns herüber. Nachhaltig bedeutet hier, dass die Bäume dort nach einer Harz-Ernte mehrere Jahre ruhen, bevor es zu einer erneuten Ernte kommt. So bleiben die Pflanzen nicht nur länger gesund und kräftig, auch das Fichtenharz ist hochwertiger.

Für die wichtigste Zutat der Tücher ist der Weg noch kürzer: In Deutschland gibt es unzählige Imkereien, weshalb bei der Wahl des richtigen Bienenwachses noch höhere Ansprüche gelten. Unsere Bezugsquellen für Bienenwachs sind ausschließlich deutsche Bio-Imkereien, deren zentralstes Anliegen die artgerechte Bienenhaltung ist.

Worauf kommt es bei der Wahl der Rohstoffe an?

Im Gegensatz zu chemisch gereinigten Wachsen, die wegen möglicher Schadstoffbelastungen ungeeignet für Lebensmittelverpackungen sind, enthält hochwertiges Bio-Bienenwachs noch all seine wertvollen Inhaltsstoffe. In der artgerechten Bienenhaltung werden in den Bienenbeuten keine fremden Mittelwände gesetzt, die das Honigernten zwar erleichtern, aber nicht natürlich sind. Alle Waben werden von den Bienen selbst frisch gebaut. Auch gibt es bei dieser Bienenhaltung keine Königinnen-Zucht – die Bienen dürfen und sollen schwärmen.

Achtung vor den natürlichen Instinkten der Bienen zahlt sich letztendlich aus – naturbelassenes Bienenwachs aus wesensgemäßer Tierhaltung ist besonders schadstoffarm und reich an antibakteriellem Propolis, welches die Bienen gegen Bakterien, Viren und andere Mikroorganismen im Bienenstock produzieren. Nach der Verarbeitung sorgt es im Bienenwachstuch dafür, dass eingepackte Lebensmittel länger frisch bleiben.

Ihre Geschmeidigkeit und Flexibilität erhalten Bienenwachstücher durch beigemischte Fette, beispielsweise Jojobaöl oder Kokosfett. Statt dem in der Kosmetik bevorzugten und wenig lebensmitteltauglichen Jojobaöl verwenden wir Kokosfett, das ungefährlich für den Verzehr ist und ganz nebenbei unsere Tücher flexibel und extrem lange haltbar macht.

 

Mit Blick auf die Vielzahl heute verfügbarer Produkte ist es also wichtig, sich eine grundsätzlich kritische Haltung zum Thema Nachhaltigkeit beizubehalten und alle Aspekte der Herstellung – vom Anbau über Verarbeitung hin zum Vertrieb – immer wieder zu hinterfragen. Nur so kann sichergestellt werden, dass die hohen Ansprüche an fair produzierte, hochwertige Bio-Produkte erfüllt werden. Und nur so sind Unternehmen, die mit Bio-Qualität und Nachhaltigkeit werben, langfristig und immer neu dazu angehalten, die eigenen Prinzipien und Strategien zu überprüfen.

Unabhängige Prüfstellen wie der GOTS, NCP (Nature Care Produkt) oder die Prüfstelle für ökologischen Landbau helfen dabei, Licht in das scheinbar undurchdringliche Bio-Dickicht zu bringen und – vielleicht noch wichtiger – wertvolle Zeit beim Einkauf zu sparen.